Bereit zur Verteidigung

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Tausende Soldaten und Milizionäre marschierten am Montag über die Plaza de la Revolución in Havanna

Mit einer Großdemonstration und Militärparade hat ­Kuba am gestrigen Montag in Havanna den Tag der »Fuerzas Armadas Revolucionarias«, der Revolutionären Streitkräfte, begangen. Die ursprünglich aus Anlass des 60. Jahrestages der Landung der Motoryacht »Granma« für den 2. Dezember 2016 geplante Manifestation war wegen der Staatstrauer nach dem Tod von Revolutionsführer Fidel Castro um einen Monat verschoben worden. Seit 1968 wird der Jahrestag der Landung, mit der am 2. Dezember 1956 der Guerillakrieg zum Sturz des Diktators Fulgencia Batista und zur Befreiung des Landes begann, als »Tag der FAR« begangen. Die gestrige Kundgebung war zugleich dem 58. Jahrestag des Sieges der Revolu­tion am 1. Januar 1959, der Erinnerung an Fidel Castro und der kubanischen Jugend gewidmet. Als Vertreterin der jungen Generation eröffnete deshalb Jennifer Bello Martínez, die Vorsitzende des Studentenverbandes FEU, als einzige Rednerin um sieben Uhr Ortszeit bei strahlend blauem Himmel mit einer kurzen Ansprache den Vorbeimarsch. »Kuba wird seine Errungenschaften, seine Unabhängigkeit und seine revolutionären Prinzipien nicht aufgeben«, versicherte sie.

An der Spitze der Parade erinnerten Männer auf Pferden an die »Mambises«, die Aufständischen gegen die spanische Kolonialherrschaft. Ihnen folgte eine Kopie der »Granma«, die sich in einem von 3.500 Jungpionieren mit blauen Halstüchern symbolisierten Meer bewegte. Danach stellten Teilnehmer in olivgrüne Uniformen gekleidete Guerilleros der nach der Landung der »Granma« gebildeten Rebellenarmee dar. 90 Veteranen, die an der Niederschlagung der US-Invasion in der Schweinebucht 1961 beteiligt waren, bildeten einen weiteren Abschnitt des Zuges. Nach Aktivisten der im selben Jahr durchgeführten Alphabetisierungskampagne beendeten Mitglieder des Kindertheaters »La Colmenita« den ersten, der Geschichte gewidmeten Block. Ihnen folgten Einheiten der Streitkräfte, Milizen und Grenztruppen, Studenten der Militärschulen und Angehörige des Katastrophenschutzes – das »uniformierte und bewaffnete Volk«. Den Abschluss bildete ein kilometerlanger Zug von Werktätigen, Studenten, Schülern und Jubilaren.

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Die Yacht »Granma« in einem Meer aus blauen Halstüchern kubanischer Jungpioniere

Viele Teilnehmer drückten gegenüber Reportern der kubanischen Medien mit eigenen Worten aus, warum sie sich nicht als Statisten einer angeordneten Kundgebung fühlten, sondern sich mit deren Inhalten identifizierten. »Wir sind heute noch das gleiche Volk, das die Revolution gemacht, die US-Söldner in der Schweinebucht geschlagen, die Alphabetisierung durchgeführt, die Völker Afrikas im Kampf gegen die Apartheid unterstützt und vielen Menschen in aller Welt Gesundheit und Bildung gebracht hat«, sagte der unter dem Namen »Kcho« bekannte Künstler Alexis Leyva Machado. Israel Rojas, der Leadsänger der Band Buena Fe, erklärte, dass die Vorgänge in Libyen und Syrien zeigten, was kleinen Ländern drohe, die einen eigenen Weg einschlagen und nicht vor den Interessen der multinationalen Imperien auf die Knie gehen wollten. Auch vom künftigen US-Präsidenten Donald Trump erwarte er »nichts Gutes für Kuba und Lateinamerika«, sagte der junge Musiker und fügte hinzu: »Wir können nicht damit rechnen, dass eine Supermacht uns im bewaffneten Kampf unterstützt«. Die 29jährige Athletin Yunidis Castillo, Teilnehmerin an den Paralympischen Spielen, meinte: »Niemand in der Welt soll glauben, dass wir ohne die physische Präsenz von Fidel schwach, allein oder orientierungslos sind«.

Volker Hermsdorf

Bildbericht eines VSC-Mitglieds:

 



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Veröffentlicht unter Aktuell, Cuba, International

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