Bericht von der Brigade „Ernesto Che Guevara“ im Oktober 2007

Isabelle und ich haben als einzige Schweizer Repräsentantinnen an der internationalen Bri-gade zum 40. Todestag des Che in Kuba teilgenommen. Obwohl wir überhaupt keine Ahnung hatten, wie es dort sein würde, waren wir schnell begeistert.
Wir haben uns schnell unter die 189 „Brigadistas“ aus aller Welt gemischt, auch wenn wir zu den jüngsten gehörten, bei einem Alterdurchschnitt von 49 Jahre. Da es sich aber ausschliesslich um Junggebliebene handelte, verleihte er unserem Aufenthalt noch einen zusätzlichen Charme.
Jedoch haben wir auch eine Menge junger Leute kennen gelernt, besonders aus Südamerika, wel-ches stark vertreten war.
Wir wurden im CIJAM (Campamiento Internacional Julio Antonio Mella) beherbergt, in Caimito, 30 min von Havanna entfernt. Dieser bäuerliche aber sehr schöne Ort umgeben von Feldern hat uns sehr gefallen. Inmitten der grünen Felder, bekamen wir einen Eindruck von der kubanischen Natur.
Uns wurden eine Menge Aktivitäten geboten. Wir waren ständig unterwegs oder hatten Vorträge. Die-se wurden unter anderem von Vertretern der verschiedenen politischen Vereine (Frauenpartei, Stu-dentenpartei…), den Familien der „5 Heroés“ und kubanischen Wirtschaftsspezialisten gehalten. Aus-serdem wurden Inszenierungen von verschiedenen Theater- und Tanztruppen aufgeführt.
Wir wurden auch mehrmals nach Havanna gefahren, wo wir das „museo de la revolución“, den „monte de las banderas“ gerade gegenüber der alten amerikanischen Botschaft und „la cabaña“, das Haus wo Che einige Jahre gelebt hatte, besuchten.
Zudem hatten wir das Glück, den Film „Diario de Motocicleta“ in Anwesenheit von Alberto Granado in einem Kino in Havanna anschauen zu können.
Zwischendurch waren wir noch drei Morgen in der kubanischen Produktion tätig, das heisst, wir leiste-ten Arbeit mit und für Kubaner. Einmal gingen wir in ein Orangenfeld, wo wir trockenes Holz einsam-melten, einmal in ein Bohnenfeld wo wir in der Sonne jäten mussten und einmal halfen wir beim Bau einer Polyklinik in einem Dorf nahe des Camps. Die Arbeit war immer ziemlich hart, aber wir gaben uns alle Mühe und hatten viel Spass dabei mit Kubanern zusammen zu arbeiten.
Ein Höhepunkt der Brigade war der 4-tägige Ausflug in der Region von Santa Clara, genauer, am wunderschönen Lago Habanilla. Von da aus besichtigten wir verschiedene Institutionen, wie eine kunstorientierte Sekundarschule, die Universität von Santa Clara, ein Primarinternat und eine Polykli-nik in einem Bergdorf, einige C.D.R. und das Dorf Güinía de Miranda, das erste Dorf das von Che be-freit wurde. Dort trafen wir auch alte Kämpfer die an Ches Seite für die Revolution Kubas gekämpft hatten. Am 8. Oktober wurden wir von den Behörden eingeladen, um an der offiziellen Todesfeier von Che, welches an seinem Denkmal in Santa Clara stattfand, teilzunehmen.
Jeden Abend wurden wir mit Filme, Dokumentarfilme, Tanzvorführungen oder Konzerte mit kubani-scher Musik unterhalten.
Überall wo wir empfangen wurden, gab es immer eine Zeremonie. Somit hörten wir jeden Tag mindes-tens drei mal das Lied „Commandante Che Guevara“ und andere politisch engagierte Lieder, bis wir sie auswendig wenigstens ungefähr mitsingen konnten. Die Gastfreundlichkeit der Kubaner hat uns sehr beeindruckt. Oft bekamen wir Blumen und nahmen wir an vielen „ofrendas florales“ teil: Blumen-zeremonien.
Das Team des ICAP, welches für uns zuständig war, war sehr freundlich und zu jeder Zeit behilflich und bereit uns über das Leben in Kuba zu erzählen. Obwohl Dolmetscher für jede Sprache angestellt waren, konnten wir unser ganzes Sprachrepertoire (Deutsch, Französisch, Spanisch, Englisch) üben , wenn auch einige Male mit Hilfe der Zeichensprache.
Isabelle und ich blieben noch 3 Tage nach der Brigade in der Stadt Havanna, welche uns mit ihrer Schönheit sehr beeindruckt hat. Dort wurde mir leider meine Tasche samt Fotokamera weggerissen, somit habe ich keine Fotos zurückbringen können. Trotz dieser Erfahrung behalten wir wunderschöne Bilder von Kuba in unseren Köpfen und sind bereit sobald wie möglich zurückzugehen, und vielleicht nochmals an einer internationalen Brigade teilzunehmen. Nächstes Mal vielleicht mit einer grösseren Schweizer Delegation!

Léa & Isabelle

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