Ein Sieg für ganz Afrika

14.12.2013 

Auszug aus der Rede Nelson Mandelas am 26. Juli 1991 in Matanzas zur Feier des 38. Jahrestages des Beginns der Kubanischen Revolution

Das kubanische Volk nimmt einen besonderen Platz in den Herzen der Völker Afrikas ein. Die kubanischen Internationalisten haben einen Beitrag zu Afrikas Unabhängigkeit, Freiheit und Gerechtigkeit geleistet, zu dessen prinzipiellem und selbstlosem Charakter es keinen Vergleich gibt.
Von ihren frühesten Tagen an war die Kubanische Revolution eine Inspirationsquelle für alle freiheitsliebenden Menschen. Wir bewundern die Opfer des kubanischen Volkes bei der Sicherung seiner Unabhängigkeit und Souveränität angesichts einer bösartigen, imperialistisch orchestrierten Kampagne zur Zerstörung der eindrucksvollen Errungenschaften, die in der Kubanischen Revolution erreicht wurden. (…)
Das erste Mal hörte ich im Gefängnis von der massiven Unterstützung, welche die kubanischen Internationalisten dem Volk Angolas leisteten – in einem solchen Ausmaß, daß man zögerte, es zu glauben, als die Angolaner den vereinten Angriff Südafrikas, der CIA-finanzierten FNLA, von Söldnern, der UNITA und Truppen Zaires 1975 erlebten.
Wir in Afrika sind es gewohnt, Opfer von Ländern zu sein, die unser Land zerstückeln oder unsere Souveränität untergraben wollen. Es gibt keine Parallele in der Geschichte Afrikas dazu, daß ein anderes Volk sich erhebt, um uns zu verteidigen.
Wir wissen auch, daß diese Aktion in Kuba populär war. Wir sind uns dessen bewußt, daß jene, die in Angola kämpften und starben, nur ein kleiner Teil jener waren, die sich freiwillig meldeten. Für das kubanische Volk ist Internationalismus nicht einfach ein Wort, sondern etwas, das – wie wir gesehen haben – praktiziert wird zum Nutzen großer Teile der Menschheit.
Wir wissen, daß die kubanischen Streitkräfte die Absicht hatten, kurz nach Abwehr der Invasion von 1975 abzuziehen, aber die fortgesetzte Aggression Pretorias machte das unmöglich.
Ihre Anwesenheit und die Stärke Ihrer Streitkräfte in der Schlacht von Cuito Cuanavale (Januar und Februar 1988, jW) war von wahrhaft historischer Bedeutung.
Die vernichtende Niederlage der Rassistenarmee bei Cuito Cuanavale war ein Sieg für ganz Afrika!
Die erdrückende Niederlage der Rassistenarmee bei Cuito Cuanavale ermöglichte es Angola, Frieden zu erlangen und seine eigene Souveränität zu festigen!
Die Niederlage der Rassistenarmee erlaubte es dem kämpfenden Volk Namibias, endgültig seine Unabhängigkeit zu erreichen!
Die entscheidende Niederlage der Apartheidaggressoren zerbrach den Mythos von der Unbesiegbarkeit der weißen Unterdrücker!
Die Niederlage der Apartheidarmee war eine Inspiration für das kämpfende Volk innerhalb Südafrikas!
Ohne die Niederlage von Cuito Cuanavale wäre das Verbot unserer Organisationen nicht aufgehoben worden!
Die Niederlage der Rassistenarmee bei Cuito Cuanavale hat es mir ermöglicht, heute hier zu sein!
Cuito Cuanavale war ein Meilenstein in der Geschichte des Kampfes für die Befreiung des südlichen Afrika!
Cuito Cuanavale war ein Wendepunkt im Kampf um die Befreiung des Kontinents und unseres Landes von der Geißel der Apartheid! (…)
Es ist gut bekannt, daß die Antwort des Staates auf unsere legitimen demokratischen Forderungen u. a. war, unsere Führung des Hochverrats anzuklagen und zu Beginn der 1960er Jahre rücksichtslose Massaker zu begehen. Dies und das Verbot unserer Organisationen ließ uns keine Wahl außer der, das zu tun, was jedes sich selbst respektierende Volk getan hat, einschließlich der Kubaner – zu den Waffen zu greifen und unser Land von den Rassisten zurückzugewinnen.
Ich muß sagen: Als wir zu den Waffen greifen wollten, wandten wir uns wegen Unterstützung an eine Reihe westlicher Regierungen, und wir sahen nie jemand anders als untergeordnete Beamte. Als wir Kuba besuchten, wurden wir von den höchsten Repräsentanten empfangen, und uns wurde sofort angeboten, was wir brauchten und benötigten. Das war unsere erste Erfahrung mit kubanischem Internationalismus.
Obwohl wir zu den Waffen griffen, war das nicht unserer Vorliebe dafür geschuldet. Es war das Apartheidregime, das uns zwang, das zu tun. Unsere Präferenz war stets eine friedliche Lösung des Apartheidkonflikts. (…)


Rede Nelson Mandelas bei der Kundgebung in Matanzas aus Anlaß des 38. Jahrestages des Beginns der Kubanischen Revolution am Freitag, dem 26. Juli 1991. Der Text wurde in dem Band von Nelson Mandela und Fidel Castro »How Far We Slaves Have Come« (Wie weit wir Sklaven gekommen sind) bei Pathfinder, New York 1991, veröffentlicht. Im Internet: 
db.nelsonmandela.org


» http://www.jungewelt.de/2013/12-14/005.php?sstr=kuba
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