Sozialismus feiert Geburtstag

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»Sozialismus oder Tod«: Zum ersten Mal feiert Kuba die Revolution in Abwesenheit des Comandante en Jefe (Havana, 13.8.2016)

Kuba feierte am Neujahrstag nicht nur den Jahreswechsel: In Havanna wurde am gestrigen Sonntag um null Uhr mit den traditionellen 21 Salutschüssen von der Festung San Carlos de la Cabaña an der Hafeneinfahrt der Hauptstadt zwar auch das neue Jahr begrüßt, zugleich beging das Land aber auch den 58. Jahrestag der Revolution. Am 1. Januar 1959 war Kuba zum ersten Mal in seiner Geschichte souverän und unabhängig von fremden Mächten geworden. Revolutionsführer Fidel Castro hatte den Sieg der Guerilleros über das Regime des Diktators Fulgencio Batista und die Unabhängigkeit Kubas an diesem Tag auf dem Balkon des Rathauses von Santiago de Cuba verkündet. Dort war am Sonnabend um Mitternacht mit einer feierlichen Flaggenzeremonie an das historische Ereignis erinnert worden. In den anderen Provinzen der Insel wurde das Jubiläum seit Tagen mit zahlreichen Veranstaltungen begangen.

Aus aller Welt beglückwünschten Staats- und Regierungschefs das kubanische Volk und seine Regierung zum Jahrestag der Revolution. Als einer der ersten hatte Russlands Präsident Wladimir Putin seinem Amtskollegen Raúl Castro bereits am Freitag gratuliert. Putin würdigte die »gute Entwicklung der russisch-kubanischen Beziehungen«, die im Geist und mit dem Ziel des Ausbaus einer »strategischen Partnerschaft« erfolgt seien. Der russische Präsident kondolierte zudem erneut zum Tod des am 25. November verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro und drückte die Überzeugung aus, dass dessen Ziel, die Schaffung einer gerechteren Gesellschaft, »zum Wohle des kubanischen Volkes« weiter verfolgt werde. Die Regierungs-, Staats- und Parteiführung Vietnams unterstrich in ihrer Grußbotschaft, dass der Handelsaustausch zwischen beiden Ländern im vorigen Jahr um knapp fünf Prozent zugenommen habe und die bilaterale Zusammenarbeit 2017 »neue Höhen« erreichen werde. Aus der Demokratischen Volksrepublik Korea gratulierte Präsident Kim Jong Un. Er betonte das Interesse seines Landes an einer Vertiefung der ohnehin bereits guten Beziehungen mit Kuba. Die Glückwünsche zahlreicher lateinamerikanischer Staats- und Regierungschefs trafen – wegen der Zeitverschiebung – einige Stunden später in Havanna ein. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega etwa hob hervor, dass »Kuba und die kubanische Revolution heute mehr als je zuvor« ein Beispiel für die Völker der Region seien.

Nach den Feiern zum Revolutionstag begeht Kuba am heutigen Montag mit einer Demonstration und Militärparade in Havanna den Tag der »Fuerzas Armadas Revolucionarias« (FAR), der Revolutionären Streitkräfte. Seit 1968 wird am 2. Dezember, dem »Día de las FAR« (Tag der FAR), an die Landung der Motoryacht »Granma« erinnert, mit der vor 60 Jahren der Guerillakrieg zur Befreiung des Landes und zum Sturz des von Washington unterstützten Diktators Fulgencio Batista begann. Die ursprünglich für den 2. Dezember 2016 geplante Parade war wegen der Staatstrauer nach dem Tod von Revolutionsführer Fidel Castro um einen Monat verschoben worden. Präsident Raúl Castro hatte am Dienstag voriger Woche im Parlament mit folgendem Satz zur Teilnahme an der heutigen Großdemonstration aufgerufen: »Fidel ist unbesiegt von uns gegangen, aber sein Kampfgeist wird im Bewusstsein aller kubanischen Revolutionäre von heute, morgen und immer weiter bestehen. So werden wir es in der Militärparade und der Demonstration des kämpfenden Volkes am 2. Januar aus Anlass des 60. Jahrestages der heldenhaften Erhebung in Santiago de Cuba und des Tages der Landung der Granma, des Tages der Revolutionären Streitkräfte, zu Ehren des kubanischen Revolutionsführers und unserer Jugend unter Beweis stellen.« Ende vergangener Woche rief unter anderen auch die Gewerkschaftszeitung Trabajadores zur Teilnahme auf. »Es gibt tausend Gründe, am Montag auf dem Revolutionsplatz zu demonstrieren«, animierte die Zeitung ihre Leser. Das überzeugendste Motiv sei aber, schrieb Trabajadores, dass der Comandante en Jefe ebenfalls auf der Manifestation präsent sein werde. Fidel werde dort »in jedem der demonstrierenden Jugendlichen« und »in den Herzen« aller sein.

Volker Hermsdorf



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