Weltfestspiele in Ecuador: Trotz Dollar zum Sozialismus


12.12.2013
Von Christian Selz, Quito

 Bild: CLAUDIA SCHRöPPEL

Quito. »Viele Leute glauben, unser Prozeß sei nur eine Modernisierung des kapitalistischen Systems, aber er ist der erste Schritt zum Sozialismus hier in Ecuador«, stellte Diego Vintimilla, Sekretär für internationale Beziehungen der Kommunistischen Jugend Ecuadors (JCE), gleich zu Beginn klar. Die Nachwuchsorganisation der KP des südamerikanischen Landes hatte am Dienstag (Ortszeit) Vertreter aller europäischen Delegationen zu einem Informationsfrühstück in das ecuadorianische Parlament geladen, dem Vintimilla als jüngster Abgeordneter angehört. Es war ihm sehr wichtig, den weitgereisten Gästen die Schritte der »Bürgerrevolution« zu erklären. Der Prozeß müsse radikalisiert werden, so der locker wirkende Jungpolitiker. Allerdings sei es derzeit »fast unmöglich«, vom Dollar loszukommen, der 2000 in Ecuador gegen den erbitterten Protest der Bevölkerung als einzige Landeswährung eingeführt worden war. Letztlich sei die Befreiung von dieser Fremdwährung jedoch »für die Einheit Lateinamerikas« wichtig, »deshalb versuchen wir es«. Zuvor hatte ein russischer Delegierter Vintimilla gefragt, warum sein Land nicht statt des US-Geldes den russischen Rubel einführe.

»Wir denken, daß nur der Staat und die Regierung die Ressourcen des Landes, insbesondere die strategischen, verwalten kann«, erläuterte der JCE-Sekretär den Umbau der Wirtschaft hin zu mehr »sozialem Besitz«, also einer stärkeren Rolle des Staates in der Wirtschaft. »Das nächste Mal, wenn ihr kommt, werden wir einen Schritt weiter zum Sozialismus sein.«

Auf dem Festivalgelände selbst (Foto) begann am Mittwoch das traditionelle antiimperialistische Tribunal. Die Delegationen aus 83 Ländern wollen bei der mehrtägigen Veranstaltung die Verbrechen der USA und anderer Mächte anprangern. So klagt Ecuador die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes durch den US-Konzern Chevron an. Aus Vietnam kommt Protest gegen die Spätfolgen des Agent-Orange-Einsatzes der USA während deren schmutzigen Kriegs, und Kuba setzt sich für ein Ende der Blockadepolitik Washingtons gegen die Karibikinsel ein.

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