Im vergangenen September war ich als Teilnehmerin der Europäischen Brigade José Marti in Cuba. Geblieben sind mir neben neuen FreundInnnen viele einmalige Eindrücke und Erfahrungen. Es war wirklich faszinierend durch die Brigade dem „Socialismo Tropical“ ein Stück näher gekommen zu sein. Die Einsätze im Feld am Morgen waren zwar jeweils intensiv aber sicherlich eine einmalige Erfahrung. Die Vorträge am Nachmittag waren immer sehr bereichernd. Kompetente Leute wurden eingeladen und die Referate gaben jeweils viel Gesprächsstoff für die Diskussionen beim Mojito danach. Auch die Ausflüge wurden sehr gut ausgewählt. Ich hatte nach diesen knapp drei Wochen das Gefühl, einen grossen Teil von Cubas diversen sozialen und politischen Institutionen gesehen zu haben. Was mich wirklich sehr überraschte waren die kulturellen Darbietungen jeweils am Abend im Campamento oder in Havanna. Diese Fülle von Kultur war kaum zu übertreffen. Für das wenige Geld, welches wir für die Brigade bezahlten, bekamen wir ein enorm umfassendes Programm geboten.
Im Allgemeinen war ich sehr positiv überrascht von den drei Wochen Brigade. Trotzdem möchte ich die konstruktive Kritik nicht weglassen. Persönlich habe ich mich bereits im Vorfeld etwas mit dem politischen und wirtschaftlichen Cuba auseinandergesetzt. Ausserdem hatte ich ein Treffen mit der Asociacion in Fribourg. Um jedoch alle TeilnehmerInnen auf einen gewissen Wissensstand zu bringen, wäre ein kurzes Info-Meeting jeweils vor der Abreise sicherlich nützlich. Dies würde die aktive Partizipation an den Diskussionen in Cuba fördern und man könnte auch die Rolle der Schweizer-Brigade klären und evtl. zusammen etwas dafür vorbereiten. Ich denke auch, dass die TeilnehmerInnen im Vornherein informiert werden müssen, dass es sich bei der Brigade um ein Programm handelt, welches ein Mindestmass an Interesse an politischen und wirtschaftlichen Themen erfordert. Das war meiner Meinung nach nicht allen TeilnehmerInnen bewusst und führt dann für alle Beteiligten zu Frustrationen.
Insgesamt hat mir die Brigade sehr gefallen. Ich wünsche der Associacion Suisse-Cuba viel Erfolg beim Sensibilisieren und Aufrütteln der SchweizerInnen, damit endlich auch die Errungenschaften der kubanischen Revolution in unseren Breitengraden bekannt werden."
Laura |