Die Lüge in einer Glühbirne

Das schlecht versteckte Augenzwinkern von Juan Guaidó zum gefährlichen Blonden hin, zeigt, dass er bereit ist, diesem eines der reichsten Länder der Welt zum Preis eines Pfannekuchens zu übergeben
© KEYSTONE/AP/RODRIGO ABD

Die Behauptung, dass es die politische Verleumdung in Venezuela erst seit seiner Revolution gibt, ist eine so dreiste Lüge, dass sie den Pinocchio Preis verdienen würde. Erinnert ihr euch nicht? Als die Sparglühlampen in einem gemeinsamen Programm mit Kuba von Haus zu Haus geliefert wurden, wurde verbreitet, dass sie über eine beispiellose technologische Ausstattung verfügten, die es gewissen dunklen Kräften erlauben würde, alles aufzuzeichnen, was in den Häusern, in denen sie installiert wurden, vor sich gehe.

Mehr als das goldene Zeitalter der Post-Wahrheit erleben wir die Blütezeit der „Plus-Lüge“, aber jetzt, da das einzige, was in Venezuela detoniert, die fake news sind, muss man mit einer vollständigen Analyse beginnen, um das Wichtigste klarzustellen: Der Chavismus kämpft bereits seit 20 Jahren mit ihr.

Mit seinem gewohnten Urteilsvermögen hat der venezolanische Intellektuelle Luis Britto García das digitale Kapitel dieser Praxis, die die Technologie in eine Serienpoduktionslinie von Lügen verwandelt, als „Computer-Gangsterismus“ bezeichnet. Mit einem einzigen Klick ziehen solch kunterbunte Erfindungen über den Bildschirm, dass viele beschließen, sie zu übernehmen. Mit ihrer unverantwortlichen oder böswilligen Reproduktion können sie in einem Land, in dem 80 % der Medien in privaten und oppositionellen Händen sind, und in dem breiter Zugang zum Netz besteht, beträchlichen Schaden anrichten. Wie Luis Britto erklärt, gibt es in Venezuela mehr Telefone als Einwohner. Das Internet ist zwar das Markenzeichen der Epoche, aber es stellt auch die größte Grenze dar, über die jedes Land wachen und aufpassen muss.

Während die Mächte sich auf Kosten des Hungers der Armen dieser Welt immer mehr mit Raketen aufrüsten, wächst ein anderes Arsenal an, das vielleicht einfacher, aber ebenso tödlich ist, auf äußerst dynamische Weise an. Es ist die Zeit der digitalen Seiten und der sozialen Netze mit seiner Richtungsweisung nach rechts, die der französische Journalist der Tageszeitung Libération Dominique Albertini „Massenvergiftungswaffen“ genannt hat. Selbst heillos vergiftet, will die Opposition gegen Maduro vergiften.

121 Februare nach den „Falschen Positiven“ der Maine in der Bucht von Havanna, aus den Tagen, an denen der Zeitungsmagnat William Randolph Hearst vom New York Journal von seinem Zeichner Frederick Remington – der sich in der tropischen Hitze langweilte und nicht mehr länger auf einen Konflikt warten wollte, der sich noch nicht am Horizont abzeichnete- forderte, er solle die Zeichnungen herüberschicken, für den Krieg würde er schon sorgen, kann man nun in Venezuela abschätzen, welche Inszenierungsmöglichkeiten das Kapital heute für seine Fracen zur Verfügung hat. Heutzutage würde Hearst ganz entspannt Tweets veröffentlichen und sogar ein gefaktes Video über einen böswilligen spanischen Taucher mit Anzug, Helm und allem, der eine Mine am Rumpf des Zerstörers anbringt. Es lebe der Krieg!

Es sind die Zeiten der 2.0 Politik. Die Fake News, die auf Venezuela zielen, haben kein anderes Ziel, als das, was Hearst verfolgte, aber man kann sich wünschen und vor allen Dingen darauf hoffen, dass das bolivarische Volk in Gestalt seiner Männer und Frauen, die man jeden Tag in ihrem Kampf für den Frieden auf den Plätzen sehen kann, nicht auf die als Minen ausgelegten Vorwände tritt, die zum Krieg führen können.

Obwohl trotz der realen ökonomischen Belastungen, es dem bolivarischen Prozess gelingt inmitten der Belagerung die knappen Mittel gerecht zu verteilen, ist er die Zielscheibe in den sozialen Netzen und einer Flut von Angriffen ausgesetzt, die ihm immer Schaden zufügen, unabhängig davon, ob er sie ignoriert oder darauf reagiert. Denn mit dem sich daraus ergebenden Dementi erhöht sich die Sichtbarkeit der Lüge und ihre mathematischen Optionen können bis jetzt noch nicht erfasste Gläubige zu erreichen.

Es geht schon nicht mehr darum, Lügen zu veröffentlichen, um eine Zeitung zu verkaufen, sondern darum, sie im Netz kreisen zu lassen, um ein Land zu verkaufen. Das sieht man schlecht versteckte Augenzwinkern von Juan Guaidó zum gefährlichen Blonden hin, das zeigt, dass er bereit ist, diesem eines der reichsten Länder der Welt zum Preis eines Pfannekuchens zu übergeben.

In die psychologische Aggression in Venezuela sind verschiedene Akteure involviert, aber sie finden in ihrem gemeinsamen Vorhaben zusammen: Den Bestand an internationalen Komplizen zu erhöhen und dabei zu argumentieren, dass das Land unter einer böswilligen Regierung leidet, die es lohnt gestürzt zu werden, selbst wenn dies zum Preis einer Invasion von außen und dem sich daraus ergebenden regionalen und/oder Bürgerkrieg geschieht, der daraus entstehen könnte.

So geht das Bombardement an Lügen unaufhörlich weiter. Man hat die Behauptung der zwangsweisen Rekrutierung von Jugendlichen mitten auf der Straße ausgestreut, die angebliche Präsenz non Hunderten bis zu Tausenden von russischen und chinesischen Militärs zum Schutz Maduros, die bevorstehende und so von Guiadó und seinen Chefs im Weißen Haus herbeigesehnte Flucht ins Exil des wirklichen Präsidenten, eine militärische Meuterei gegen den Regierungschef. Das sind all die Ziegelsteine, um eine Mauer der Angst zu errichten.

Und darum wiederhole ich, das ist nicht neu. Im aufgeheizten Jahr 2017, behauptete ein Namensvetter von Leopoldo López, der nicht nur den Namen sondern auch die Tendenz mit ihm teilte, im Fernsehen, dass der Oppositionelle „ohne Lebenszeichen“ in ein Militärhospital eingeliefert worden sei. Diese Nachricht schien dem US-Senator Marco Rubio wie gerufen zu kommen und er verbreitete sie sofort in seinem Twitter Konto. Sofort erntete er dafür den Misskredit, denn wie es schien, hatte López in seiner vielen Freizeit Gewichtheben betrieben, denn er sah sehr muskulös aus.

Etwa zehn Jahre zuvor hatte der Botschafter Kolumbiens vor der OAS behauptet, dass Venezuela Uranium produziere, um es an den Iran zu verkaufen und dass es die Strategie von Hugo Chávez gewesen sei, um die USA zu täuschen, dies heimlich in einer Fahrradfabrik zu tun. Wie hoch war der Preis, den der Irak für den frivolen Kommentar der Massenvernichtungsmittel zu zahlen hatte?

Venezuela hat nichts mit dem Bild der Zerstörung zu tun, dass die großen Nachrichtensendungen des Planeten zeichnen. Der Bruderkrieg, den sie so gerne hätten – der nur ihnen selbst und den Feinden Venezuelas zupass kommt, ist nicht eingetreten. Was es jedoch gibt, ist ein Wettstreit zwischen den Profilen niederträchtig und ehrlich im politischen Diskurs, sowohl auf der Ebene der Personen wie auch im Volk.

Oft kämpfen die beiden Seite zusammen um die Bedeutung eines Datums und sie rufen ihre Anhänger zusammen um dies mit Demonstrationen zu begehen. Bis heute hat der Chavismus sie alle gewonnen, aber man darf dies nicht vernachlässigen denn, wie es in der boshaften Version der Erzählung von Monterroso heißt, jeden Tag, wenn man erwacht, ist der imperialistische Tyrannosaurus schon da.

Nein, es ist nicht wenig: Was die Fake News zu besiegen versuchen, ist nichts weniger als der befreierische Geist der Soldaten des Libertadors Bolívar.

Die mit Viren verseuchte Lüge, bei den Feinden der Bolivarischen Revolution epidemisch, ist die Hauptwaffe in einem Kampf, der wie in den Tagen von Hearst, die Vorwände und die Ausrüstung für einen Krieg stellt, der auf ganz konventionelle Weise einschüchtert, tötet und zerstört.

Genauso wenig wie das Hologramm des Präsidenten, den man suchte – „ ein Beauftragter mit einem tragbaren Podium“- ist die Opposition wenig seriös und übertreibt bei ihren Lügen immer mehr. Vor zwei jahren zirkulierte in den Netzen die Behauptung, dass die Regierung den Chinesen die Angel Wasserfälle !!! verkauft habe. Juan Bimba, der venezolanische Liborio würde dazu sicher sagen, dass ihnen da was aus den Händen entglitten ist; aber wer weiß, vielleicht ist das, was der Rechten bei der „Transaktion“ am meisten Sorgen machte, dass ein Kubaner sie in einer Glühlampe aufgenommen haben könnte.

FÜNF WIDERLEGTE LÜGEN

  1. Venezuela hat zwei Präsidenten. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Die Verfassung Venezuelas legt in ihrem Artikel 233 als absolutes Fehlen des Präsidenten dessen Tod, Rücktritt, eine vom Obersten Gerichtshof angeordnete Absetzung oder die von einem Ärztegremium festgestellte physische oder psychische Behinderung fest. Guaidó hat keinerlei auf der Verfassung basierendes Argument, um sich selbst zum Präsidenten zu ernennen. Es liegt absolut kein Fehlen des Präsidenten vor. Dieser hat vielmehr, wie dies die Verfassung in ihrem Artikel 231 festlegt, am 10. Januar vor dem Obersten Gerichtshof seinen Eid abgelegt.
  2. Guaidó hat nicht die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Über die Heuchelei hinaus, den Westen als internationale Gemeinschaft zu bezeichnen, waren bei der Amtsübernahme von Maduro diplomatische Vertretungen von über 80 Ländern anwesend, von Russland und China über den Vatikan, die Arabische Liga und die Afrikanische Union. Diese Länder unterhalten weiter diplomatische Beziehungen mit der von Nicolás Maduro angeführten Regierung. Guaidó wird von denselben Ländern anerkannt, die am 10. Januar Maduro die Anerkennung verweigerten: USA und die Lima Gruppe (außer Mexiko). Nur Georgien hat sich ihnen wegen seines Grenzstreits mit Russland angeschlossen und Australien und Israel.
  3. Eine andere Lüge: Guaidó ist anders als die gewaltbereite Opposition. Guaidó ist Abgeordneter für Voluntad Política, eine politische Partei, die bereits die Präsidentschaftswahlen von 2013 nicht anerkannt hat und deren Führer Leopolodo López dafür verurteilt wurde, intellektueller Autor der sogenannten „La Salida“ (der Abgang) zu sein, die 2014 den Impuls für die Guarimbas gab, bei denen 43 Menschen ums Leben kamen und Hunderte verletzt wurden.
  4. Sie lügen auch, wenn sie sagen, dass die Nationalversammlung das einzige rechtmäßige Organ sei. Der Artikel 348 der venezolanischen Verfassung autorisiert den Präsidenten eine Verfassunggende Versammlung einzuberufen. Die Entscheidung eine Verfassunggebende Versammlung einzuberufen war ein Akt der Klugheit des Chavismus, um der Blockade der Nationalversammlung auszuweichen, der ob es einem gefällt oder nicht, in strikter Anlehnung an die Verfassung durchgeführt wurde.
  5. Sie begehen eine plumpe Verdrehung der Wahrheit, wenn sie sagen, dass die Wahl auf betrügerische Weise erfolgt sei, in Wahlen ohne Opposition. Zu den Wahlen vom 20. Mai 2018 wurde vom selben Nationalen Wahlrat aufgerufen, der auch die Wahlen einberufen hat, bei denen Guaidó zum Abgeordneten gewählt wurde. Es gab drei Oppsositionskandidaten, die insgesamt 33 % der Stimmen erhielten; die Wahl erfolgte entsprechend den unter Vermittlung des ehemaligen spanischen Präsidenten José Luis Rodriguez Zapatero am Gesprächstisch zwischen der venezolanischen Regierung und der Opposition in der Dominikanischen Republik erzielten Vereinbarungen. FUENTE: LA JORNADA


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