Fälschungen zulasten Kubas … durch das Medium „Proceso“

Übersetzung und Untertitel: Corinna Mommert

Fälschungen zulasten Kubas … durch das Medium „Proceso“

José Manzaneda, Koordinator von Cubainformación.

„Kuba: hohe Kosten für Mexiko“. Dies ist letzte Titelseite der mexikanischen Zeitschrift Proceso, die die Falschmeldung eines angeblichen „Geschenks“ von Erdöl für Kuba wiederholt (1).

Erste Fälschung: verschenktes mexikanisches Erdöl

Diese Falschmeldung wurde strikt während einer Pressekonferenz vom Direktor des Unternehmens Petróleos Mexicanos, Victor Rodríguez, zurückgewiesen:  Wenn Sie mich fragen, ob Kuba seine Lieferungen bezahlt: na sicher, wir haben keine offene Rechnung in Übereinstimmung mit dem Vertrag. Kuba ist sehr genau mit seinen Zahlungen“ (2).

Die Journalistin von Proceso, Dalila Escobar, konnte nicht glauben, dass ihre Falschmeldung auf so peinliche Weise platzte. Und sie beanspruchte erneut die Fragerunde und bestand ein- ums- andere Mal darauf, was den Protest der restlichen Journalisten hervorrief. Aber was schrieb sie dann in ihrer Chronik? Dass „einige befragten Spezialisten“ ihr versichert hätten, dass Kuba „keinen einzigen Cent bezahlt habe wegen dieser Verträge“ (3). Ohne Beweis, ohne Dokumente, nichts!

Zweite Fälschung: Villen für die kubanische Führung

Diese Journalistin reiste kürzlich nach Kuba, um – wie wir lesen – „die Kontraste zwischen der unvergleichlichen sozialen Armut und dem Wohlergehen der kubanischen Hierarchie darzustellen“ (4). Nach ihrer Rückkehr veröffentlichte sie Perlen die die folgende: „Organisationen für Menschenrechte in Kuba weisen darauf hin, dass 89% der Bevölkerung in extremer Armut leben, während man in Stadtbezirken wie Playa große Villen und den Luxus derjenigen finden kann, die an der Macht sind“ (5).

Organisationen für Menschenrechte? Nein. Ihre Quelle war die „Kubanische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, eine Einheit, die eng verbunden ist mit dem Außenministerium der USA, die die Sanktionen gegen Kuba unterstützt und die dafür arbeitet, diese auf die Europäische Union auszuweiten (6). Sie ist eine NGO, die durch jährliche Zuwendungen der Agenturen USAID und NED der US-Regierung unterhalten wird (7). Die Quelle ist also keine „Organisation für Menschenrechte“, sondern das Weiße Haus selbst.

Auf der anderen Seite zeigt der Kommentar über „die großen Villen“ und den „Luxus der Machthaber“ im Stadtbezirk Playa eine dreiste Unkenntnis von Kuba. Sie bezieht sich auf das Viertel Miramar, eine Zone im Westen Havannas, auf das historische Reservat des kubanischen Bürgertums, wo sich heute Botschaften, Wohnsitze von Botschaftern, Unternehmenssitze und auch Mehrfamilienhäusern befinden, in denen heute kubanische Familien aller Art wohnen (8).  Und wo bleiben die Fotos von diesen „großen Villen“ der kubanischen Führung, die man noch nie in diesen 67 Jahren gesehen hat?

Dritte Fälschung: Die Unterstützung Mexikos für die kubanische Regierung

Die Journalistin versuchte darüber hinaus, die humanitäre mexikanische Unterstützung für Kuba in den Dreck zu ziehen, indem sie Zweifel sät über deren Verteilung. „Die Wahrnehmung der (kubanischen) Bevölkerung sieht so aus, dass die große Menge des Versandten … , dass sie dankbar wären, wenn es direkt bei ihnen ankommen würde, weil sie den Eindruck haben, dass es nicht bei ihnen ankommt, sondern dass es eine Gruppe oder eine Handvoll Personen gibt, die in der Regierung sind, und die ausgesprochen gut leben und die die einzigen sind, die essen können“, so brachte sie es in der Pressekonferenz ein.

So? Und wo sind die Beweise für diese Unterstellung der Abzweigung für eine „Handvoll“ Funktionäre? Der einzige „Beweis“, den sie bringt, ist die „Wahrnehmung“ von irgendwem, der nicht von der mexikanischen Unterstützung begünstigt wurde, die ganz offensichtlich nur einen kleinen Teil der Bevölkerung der Insel erreicht.

Vierte Fälschung: das Gehalt des Staatspräsidenten Kubas

Es scheint, dass die Journalistin von Proceso sich wenig sorgt über die Hunger-Belagerung der Bevölkerung von Seiten der USA. Das Relevante scheint zu sein, ob man oder nicht genau Bescheid weiß über das Gehalt des kubanischen Präsidenten. „Es gibt Transparenz nicht mal darüber, was er verdient. Zum Beispiel, wie es in unserem Land ist, dass man das Gehalt kennt, in diesem Falle der Präsidentin“, sagte Escobar.

Im Jahre 2008 gab es ein Ranking der Präsidentengehälter in Amerika, veröffentlicht von der Universität von Columbia, das angeführt wurde von George W. Bush mit 33.000 Dollar im Monat, und an letzter Stelle stand Fidel Castro mit 30 Dollar (9). Und das hat sich grundsätzlich nicht geändert. Erinnern wir uns auch an die Zeitschrift Forbes, die ein angebliches Vermögen von Fidel in Höhe von 900 Millionen Dollar erfand (10). Und da sie keinen Beweis dafür hatten, war dies eine blanke Lüge. Und was machte die Zeitschrift? Sie rechnete zum Privatvermögen des kubanischen Präsidenten drei große öffentliche Unternehmen, Eigentum des Staates. Heute gibt die Zeitschrift Proceso vor, dass wir den gleichen Müll schlucken sollen.

Fünfte Fälschung: Die medizinische kubanische Zusammenarbeit: eine Last für Mexiko

Proceso hat ebenfalls zu der Kampagne gegen die medizinischen Teams Kubas beigetragen, die Verträge mit Mexiko haben, die spezialisierte Dienste in verarmten Regionen des Landes leisten (11). Dabei handelt es sich um Arbeitsplätze, die nicht von mexikanischem Personal besetzt sind, weil das Land in Anwendung der neoliberalen Rezepte jahrelang aufgehört hatte, medizinische Spezialisten auszubilden (12).

Und im Krieg der Lügen gegen die kubanische medizinische Kooperation war Proceso der Sprecher von Organisationen wie Prisoners Defenders (13), die genauso wie die vorher zitierte Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit der Regierung der Vereinigten Staaten und ihrer Politik der völkermörderischen Blockade eng verbunden ist (13)

Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir im Zeitungsarchiv von Proceso nicht eine einzige Nachricht über die vier Zentren für Augenheilkunde finden, die Mexiko von Kuba 2007 bekommen hat, von denen Zehntausende Personen profitiert haben (14).

Macht sie der mögliche humanitäre Zusammenbruch auf Kuba nicht besorgt?

Die mexikanische Präsidentin gab zu, dass der Verkauf von Erdöl an Kuba unterbrochen wurde wegen der Androhung von Zöllen, die von Donald Trump angekündigt worden waren, und sie „sucht gegenwärtig auf diplomatischem Weg Lösungen für das Problem, ohne Mexiko zu schaden“ (15). Wenn Proceso ein machtkritisches Medium wäre, was es einstmals war, und nicht der Sprecher der Rechten, was es heute ist, dann würde es ganze Reportagen über den möglichen „humanitären Zusammenbruch“ in Kuba veröffentlichen – wie der Generalsekretär der Vereinten Nationen diese Situation bezeichnet hat (16) – wegen der perversen und kriminellen Erdöl-Blockade der USA.

https://www.cubainformacion.tv/especiales/20260210/120725/120725-falacias-contra-cuba-en-proceso-deutsch-francais-portugues-italiano

Veröffentlicht unter Aktuell, Blockade, Cuba, International, Schweiz

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