Totalitäres und mörderisches Regime: Kuba oder die USA?
José Manzaneda, Koordinator von Cubainformación
In Themen wie Geschlechtergleichheit zeigen die Presse und die Institutionen der USA und der Europäischen Union eine Haltung der Selbstgefälligkeit und Überlegenheit gegenüber den Ländern des Globalen Südens.
Aber wie sieht es mit den Statistiken aus? Frauenanteil in den Parlamenten der Welt (1): Im Repräsentantenhaus der USA sind 29 % Frauen (2), im Europäischen Parlament (3) und im Deutschen Bundestag 34 % (4). Und in Kuba? Dort sind 55 % der Abgeordneten der Nationalversammlung Frauen (5). Das sind Fakten, keine Propaganda.
Die US-Regierung prüft derzeit 55 Millionen Anträge auf Einreisevisa für ihr Staatsgebiet (6). Gleichzeitig verfolgt sie in den sozialen Netzwerken die Beteiligung der Antragsteller an „anti-amerikanischen, terroristischen oder antisemitischen“ Aktivitäten (7). In den letzten sechs Monaten hat sie beispielsweise 6.000 Visa für ausländische Studenten widerrufen, einen Großteil davon aufgrund ihrer Solidarität mit Palästina (8). Können wir bereits von einer „Tyrannei” sprechen, die „ideologische Verfolgung” betreibt?
In den USA leben heute Millionen von Migranten in einem Klima der Verfolgung und des Terrors (9). Vor einigen Tagen wurde die kolumbianische Tiktokerin Tatiana Martínez, bekannt für ihre Anprangerung von Razzien gegen Migranten, mitten in einer Live-Sendung verhaftet, um ebenfalls abgeschoben zu werden (10). Die Gestapo will keine Zeugen.
Die Regierung von Donald Trump privilegiert kubanische Einwanderer nicht mehr, die nun wie alle anderen ohne Rücksicht auf Verluste abgeschoben werden (11). Und die Presse in Miami hat sich schnell an die neue Ausrichtung des Führers angepasst: Kubanische Einwanderer werden nicht mehr als Opfer dargestellt (weil sie vor dem Kommunismus „flohen”, wie man uns sagte) (12), sondern als Kriminelle. Und wir lesen jeden Tag, wie nie zuvor, Dutzende von Schlagzeilen über Verbrechen, die in den USA von in Kuba geborenen Personen begangen wurden (13) (14) (15).
Andererseits werden nicht wenige Kubaner und Kubanerinnen, die legal in den USA leben, sogar mit US-Staatsbürgerschaft, nach einer Reise nach Kuba in Miami von der Einwanderungsbehörde schikaniert und verhört (16). Im August berichtete eine Kubanerin, dass Beamte ihr Mobiltelefon beschlagnahmt, das Passwort verlangt und ihre Fotos, Bank-Apps und privaten Unterhaltungen überprüft hätten (17). Außerdem wurde ihr mitgeteilt, dass weder sie noch ihr Ehemann jemals wieder nach Kuba reisen dürften. Können wir nun von einem „totalitären Regime” in den USA sprechen?
Interessanterweise ist eines der Argumente, mit denen Kuba in Bezug auf Menschenrechte angegriffen wird, die Existenz der Todesstrafe in seiner Gesetzgebung (18). Dabei wird jedoch verschwiegen, dass diese seit 22 Jahren nicht mehr angewendet wird. Während allein im Jahr 2025 in den USA 29 Menschen hingerichtet wurden (19). Und wissen Sie, welcher Bundesstaat den Rekord hält? Florida (20)! Der Ort, an dem alle Menschenrechtskampagnen entworfen werden… für Kuba!
Das US-Regime vollstreckt Todesurteile auf legale Weise … und auch außergerichtlich. Vor einigen Tagen prahlte Trump damit, elf Menschen, die angeblich Drogen in der Karibik transportierten, mit einer Rakete getötet zu haben (21). Es gibt Quellen, die behaupten, dass das von ihm vorgestellte Video gefälscht ist, mit künstlicher Intelligenz erstellt wurde und Teil der Strategie der militärischen Drohung gegen Venezuela ist (22). Aber wenn es wahr wäre, würde es sich um einen massiven Staatsmord ohne vorheriges Gerichtsverfahren handeln. Gibt es in den großen westlichen Medien eine Verurteilung dieser kriminellen Praxis? Warten Sie darauf. Übrigens, können wir dem Begriff „totalitäres Regime“ noch „mörderisch“ hinzufügen?
Dieses mörderische Regime ist es auch, das Israel mit Waffen versorgt und diplomatischen Schutz gewährt, um das palästinensische Volk auszurotten. Es gibt mehr als 64.000 Todesopfer (23). Fast 250 Journalisten wurden ermordet (24). Vor einigen Tagen kündigte die kanadische Fotojournalistin Valerie Zink ihre Arbeit für die Agentur Reuters (25). Sie schuldigte Reutes an, „Kriegsverbrechen in Gaza zu beschönigen” und sogar die Ermordung ihrer eigenen Journalisten zu rechtfertigen. Aber in welchem Medium haben wir ihre Anzeige gelesen? In der New York Times, in Le Monde, in El País, in AP? Kein einziges Wort. Nur in der alternativen Presse (26).
Wir erleben eine Vertuschung der Verbrechen Israels durch die Medien und auch durch westliche Regierungen. Im Juli verbot Großbritannien die Organisation Palestine Action, und seitdem gab es bereits 850 Verhaftungen (27) (28). Ähnliches wiederholt sich auch in anderen Teilen des „demokratischen” Europas, beispielsweise in Deutschland, wo friedliche Demonstranten zusammengeschlagen werden (29) und Konzerte und Veranstaltungen zugunsten Palästinas sogar abgesagt wurden (30).
Aber das Europäische Parlament wagt es jedes Jahr, die angebliche Verletzung der Freiheiten zu verurteilen… in Kuba (31)! Der Witz… spricht für sich selbst.
