Es posible, Oliver!

Venedig. Gestern stattete der venezolanische Präsident Hugo Chávez der Stadt Venedig einen Überraschungsbesuch ab. Anlass war die Premiere von Oliver Stones Dokumentarfilm "South of the Border" auf der 66. Biennale. Der Beitrag dokumentiert Gespräche mit sieben lateinamerikanischen Präsidenten, unter anderem traf Stone sich mit Rafael Correa in Ecuador und Evo Morales in Bolivien, um die Geschichte der Linkswende auf dem Kontinent zu diskutieren. Ein zentrales Thema bei allen Gesprächen ist Hugo Chávez, der gestern mit stehendem Applaus vom Publikum und der Presse in Venedig begrüßt wurde. Im Film versichert Chávez dem Regisseur mit den Worten "Es posible, Oliver!", dass eine gerechtere Welt möglich ist.

Stone, der sich seit seinem Film "Salvador" immer wieder mit Lateinamerika beschäftigt, begleitet den venezolanischen Präsidenten schon seit mehreren Jahren. Zunächst wurde diskutiert, einen Film über die Ereignisse im April 2002 zu drehen, als die USA einen Putsch gegen Chávez unterstützten. Im vergangenen Jahr begleitete der Regisseur den letztlich gescheiterten Versuch, durch venezolanische Vermittlung Gefangene der Guerilla-Organisation Farc zu befreien. Schließlich entschied er sich, die politischen Vorgänge auf dem Kontinent aus der Perspektive mehrerer Länder zu dokumentieren.

Der Filmemacher ließ gestern keinen Zweifel, wem seine Sympathien gehören: "Er ist sehr populär in Lateinamerika und wurde schon vier Mal im Amt bestätigt. Chávez hat großartiges geleistet, um die Armut zu überwinden, mit Veränderungen, die fantastisch erschienen, bevor er sie machte." Außerdem griff Stone die "lächerliche Kritik" an, mit der die Presse in den USA und Europa versuche Chávez zu dämonisieren. Bei der Pressevorführung am Lido erhielt "South of the Border" gestern jedenfalls riesigen Beifall. Ein "Goldener Löwe" wird für den Beitrag wohl nicht abfallen: Der Film läuft außerhalb des Wettbewerbs.

Nach der Vorstellung kritisierte Oliver Stone die Außenpolitik der USA. Er verwies auf die Kriege in Vietnam, im Irak und Afganistan, sowie aktuelle Pläne Militärbasen in Kolumbien aufzubauen. Der US-Regisseur hat sich mit Filmen wie "Platoon" und "Geboren am 4. Juli" immer wieder kritisch mit seinen persönlichen Erfahrungen im Vietnam-Krieg auseinandergesetzt. Dort war er mehrmals verwundet und ausgezeichnet worden. Für beide Filme erhielt er einen "Oskar". Seine Beiträge lösen in den USA regelmäßig politische Konflikte aus.

 

Von M. Daniljuk

amerika21.de




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