Philanthropie oder Subversion: wie sehen die Pläne der USA für Kuba im Internet aus?

Foto: Departamento de Estado

Die Regierung von Donald Trump hat in der vergangenen Woche die Schaffung eines Kuba gewidmeten Mechanismus im Bereich Internet angekündigt. Der dafür zur Bezeichnung verwendete Terminus lautet in englisch „Cuba Internet Task Force“. Die Art dies zu übersetzen hängt vom Kontext ab, in dem die Worte benutzt werden.

Der Begriff „Task Force“ stammt aus dem militärischen Bereich und definiert eine Gruppe, die sich für eine bestimmte Zeit etabliert, um an einer Operation oder einer konkreten Mission zu arbeiten. Wörtlich übersetzt wäre es eine „Einheit für Aufgaben“ aber Linguisten empfehlen „operative Einheit“ oder „operative Gruppe“, was mehr Sinn ergibt.

Auch unter den Englischsprechenden ging „task force“ vom militärischen Bereich auf den Unternehmensbereich über, wo er teilweise seine Bedeutung änderte. In diesen Fällen würde man dies als „Arbeitsgruppe“ bezeichnen.

Als Granma die Nachricht verbreitete, benutzte es die Übersetzung „Task Force im Internet gegen Kuba“, und ging dabei von der militärischen Bedeutung aus. Jedoch wurde auf der Website der Botschaft der USA in Havanna und in anderen offiziellen Quellen dafür der Begriff „Internet Arbeitsgruppe für Kuba“ verwendet.

Was nun hat das State Department geschaffen? Handelt es sich um eine philantropische „Arbeitsgruppe“ um den Kubanern Zugang zum Internet zu schenken oder um eine „operative Truppe“, um die innere Ordnung zu unterwandern?

Auch wenn das erste Treffen des Mechanismus für den 7. Februar angesetzt wurde, so gibt es doch genügend Daten, um diese Frage zu beantworten.

Die Regierung von Barack Obama verheimlichte nicht ihre Absicht, dem Telekommunikationssektor Vorrang einzuräumen, um dadurch politisch Einfluss zu nehmen, aber beide Länder unternahmen seit dem 17. Dezember 2014 konkrete Schritte in diesem Bereich. Verschiedene Technologieunternehmen der Vereinigten Staaten gingen auf Kuba zu und einige wie Google unterzeichneten Vereinbarungen, um ihnen Operationen im Land zu ermöglichen. Die wichtigsten US-Telekommunikationsunternehmen machten Verträge mit Etecsa, um den Datenverkehr zu verbessern und Roaming zu aktivieren.

Das, was das State Department jetzt vorschlägt, weist in eine andere Richtung und soll die subersiven Pläne der vorhergehenden Regierungen verstärken.

In der öffentlichen Ausschreibung der vergangenen Woche spricht man davon, „Regierungsbeamte und solche, die nicht der Regierung angehören“ zu integrieren, „ um den kostenlosen, nicht regulierten Informationsfluss nach Kuba“ zu fördern. Die Gruppe wird sich den Auftrag stellen „ die technologischen Herausforderungen und die Chancen für eine Erweiterung des Internetzugangs und der unabhängigen Pressemedien in Kuba zu überprüfen“.

Auch wenn die Aspiranten dafür noch nicht öffentlich sind, versichern der Initiative nahestehende Quellen, dass das State Department, die US- Behörde für Internationale Entwicklung (USAID) und das Büro für Übertragungen nach Kuba (OCB), das die Reliquien der Epoche größer Feindseligkeiten zwischen Havanna und Washington beherbergt: Radio und TV Martí, daran teilnehmen.

Der Cocktail an Vorschlägen ist der gleiche wie bei den verdeckten CIA Operationen der Vergangenheit. Es ist ein Rückschritt hin zur Politik des Kalten Krieges und zu Methoden, die bereits ihre Unwirksamkeit bewiesen haben, wenn es darum geht, irgend etwas anderes als Spannung zwischen beiden Ländern zu erzeugen.

In der Epoche von Obama kam es zu den bekannten Skandalen wie der Enthüllung der Pläne ZunZuneo und Commotion, die die Medien der Vereinigten Staaten benutzten, um die das Scheitern der Strategie gegenüber Kuba deutlich zu machen.

Millionene von Dollar der Steuerzahler wurden bei dem Versuch verschwendet, geheime Netze oder Systeme ähnlich denen bei Twitter zu schaffen, Ausländer und US-Bürger unter Vertrag zu nehmen, die die Gesetze Kubas und die ihres eigenen Landes verletzten, um gegen die Sicherheit des Staates vorzugehen. Einige von ihnen wurden verhaftet und vor Gericht gestellt.

Der Naivität sind keine Grenzen gesetzt. Die von Washington vorgeschlagene „Operative Einheit“,ist in den Grundsätzen des Nicht-Konventionellen Krieges verankert, mit denen souveräne Regierungen durch Manipultion von Informationen, dem Fabrizieren von falschen Führern und einer künstlich erzeugten allgemeinen Unzufriedenheit destabilisiert werden sollen.

Über alle semantische Diskussion hinaus stehen im Hintergrund von alldem die Pläne der neuen US-Regieurng gegen Kuba und ihre möglichen Folgen. Man darf nicht vergessen, dass der Teufel im Detail steckt und die Sprache vor allem Ideologie ist.



» http://de.granma.cu/cuba/2018-01-31/philantropie-oder-subversion-wie-sehen-die-plane-der-usa-fur-kuba-im-internet-aus
Veröffentlicht unter Aktuell, Blockade, Cuba, International

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