Was hat eine Grossmutter im Campamento José Antonio Mella verloren?

 

Immer wieder werde ich gefragt, wie ich dazu komme, mein bequemes Zuhause  in der Schweiz zu verlassen, um in Cuba auf einem Maisfeld Unkraut zu jäten- zusammen mit jeweils über zweihundert anderen, meist jüngeren Brigadisten. Und dies bei 32 bis 35 Grad am Schatten und hoher Luftfeuchtigkeit!  In meinem Alter! Ich erzähle dann, wie bereichernd, interessant und lustig das Zusammenleben und -Arbeiten mit Menschen aus verschiedensten Ländern sein kann. An der diesjährigen  1. Mai-Brigade waren 32 Nationen vertreten – von Korea und Japan über Nigeria und Sambia bis Brasilien, Argentinien und anderen lateinamerikanischen Staaten. Für UdSSR-Nostalgie sorgten die Ukrainer. Europäer  waren diesmal klar in der Minderheit; die Schweiz war mit gerade drei Teilnehmern vertreten.

 Aus den beiden vorherigen (europäischen) Brigaden wusste ich, worauf ich mich eingelassen hatte:

Morgenappell um 07.00, dann Arbeiten auf dem Feld. Klingt heroisch, doch die Brigadisten werden geschont. Dies umso mehr, als diesmal viele andere über-Siebzigjährige dabei sind. Man unterhält sich, (falls eine gemeinsame Sprache gefunden wird), es gibt Pausen mit Erfrischungen – und schon bald wird zum Mittagessen gerufen. Vor der Mensa stehen die Brigadisten bereits Schlange.Das Essen ist einfach, umso mehr geniesst man reife Mangos, Guaven und andere exotische Köstlichkeiten. Himmlisch ist der Kaffee, den man jederzeit an der Bar  im Camp bekommt – für 25 Centavos(ca 20 Rappen).

 Nachmittage und arbeitsfreie Tage sind angefüllt mit Vorträgen, Filmvorführungen, Exkursionen und Vergnügungen aller Art. Tanz- und Musikvorführungen von beachtlichem Niveau gehören immer dazu. Höhepunkt war diesmal natürlich die 1.Mai-Feier auf dem Revolutionsplatz in Havanna. Der bunte, nicht endenwollende Umzug und die überwältigende Fröhlichkeit und Begeisterung der Habaneros vermittelten mir das  Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Zusammen mit Menschen verschiedenster Herkunft. Doch alle (oder die meisten…) mit dem Ziel, ihre Solidarität mit dem revolutionären Cuba auszudrücken. Dies vor allem motivierte mich, an Arbeitsbrigaden (Brigadas de Trabajo Voluntario) teilzunehmen .  Eine Delegation trug denn auch T-Shirts mit dem Slogan: CUBA, DU BIST NICHT ALLEIN!

 Veronika Herzig

(Tipps für Interessierte: vero.herzig@bluewin.ch)

 

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BLOCKADE AGAINST CUBA . The longest genocide in history